Kegelbillard
In unseren Breitengraden eher selten verbreitet, aber nicht minder interessant und gelegentlich eine erfrischende Abwechslung: das Kegelbillard. Hier mal eine kleine Regelkunde!
Kegelbillard ist dem Carambolage zugeordnet und unterteilt in 3 Disziplinen:
- 5-Kegel Billard
- 9-Kegel-Billard
- Billard-Kegeln
Regeln 5-Kegel-Billard:
Wird auf einem Carambolage Tisch gespielt.
5-Kegel-Billard 5 kleine Kegel (aus Plastik, Höhe 25 mm, 4x weiß, 1x rot) werden in der Mitte des Tisches platziert, der rote Kegel kommt in die Mitte.
Es wird entweder auf das Erreichen einer festgelegten Punktzahl gespielt oder die heute gängigere Form auf einen Satz, bei dem der Gewinn einer festgelegten Anzahl Sätze vorgegeben ist, in denen wiederum eine definierte Punktzahl zu erreichen ist. Auf internationalen Turnieren werden Sätze bis 50 Punkte gespielt – Ausspielziel 3 Gewinnsätze
Beim 5-Kegel-Billard wird im Stoßwechsel gespielt, unabhängig vom Spielstand. Dies stellt eine große taktische Herausforderung dar, da der Spieler mit jedem Stoß überlegen muss, ob er offensiv spielt und viele Punkte erzielen möchte, oder eher defensiv spielt und wenige oder gar keine Punkte macht, um seinem Gegner ein schwieriges Bild zu hinterlassen und diesen zu Fouls zu zwingen. Idealerweise legt man in diesem Fall hinterlässt man Weiß und Gelb so auf dem Tisch, dass das Kegelbild dazwischen liegt – optimalerweise also in sich diagonal gegenüberliegenden Ecken.
Jeder Spieler hat einen festgelegten Spielball (Weiß oder Gelb), mit dem er zuerst den Ball des Gegners treffen muss, um einen regelkonformen Stoß auszuführen.
Punkte können dann erzielt werden durch Carambolage und/oder Kegelwurf:
Carambolage:
• Spielball trifft nach Kontakt mit dem gegnerischen Ball die rote Kugel 4 Punkte
• Spielball trifft Ball des Gegners und dieser wiederum die rote Kugel 3 Punkte
Kegelwurf:
• Weiße Kegel je 2 Punkte
• Rote Kegel 4 Punkte
• Fällt nur der rote Kegel, zählen 8 Punkte
Allgemeines:
5-Kegel-Billard ist eine technisch anspruchsvolle Disziplin, die neben guter Technik auch ein gutes Verständnis für den Lauf der Bälle und die Reaktion der Banden erfordert. Weiterhin ist ein gutes Tempo- und Vorbandspiel erforderlich.
In Deutschland gibt es eine 5-Kegel Bundesliga, die aus momentan 9 Mannschaften besteht. Zudem werden 2 Grand Prix angeboten und diverse Turniere, sowie Landesmeisterschaften, bei denen man sich für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren kann
Italien und Argentinien sind die führenden Nationen im 5-Kegel-Billard, gefolgt von Frankreich, Deutschland, Italien und weiteren europäischen Ländern. Seit 1965 wird jährlich ein Weltmeisterschaftsturnier im 5-Kegel-Billard ausgetragen.
Regeln 9-Kegel-Billard:
Eine Variation des 5-Kegel-Billards, bei der vier weiße Kegel hinzugefügt werden. Weiterhin sind die Distanzen größer (bis 400 Punkte – 1 Satz) und die Zählweise der Punkte:
Carambolage:
• Egal in welcher Variation 6 Punkte
Kegelfall:
• äußere weiße Kegel 2 Punkte
• innere weiße Kegel 8 Punkte
• rote Kegel 10 Punkte
• fällte der rote Kegel alleine 30 Punkte
Wird ein Spielzug über Vorbande ausgeführt, zählt das gesamte Ergebnis doppelt.
Durch das vergrößerte Kegelbild und die Vorbandregel besitzt diese Variante einen völlig neuen Spielwitz, da komplett sichtbare und offensive Spielsituationen - eventuell über Vorbande - eine größere Punktausbeute bringen.
Auch 9-Kegelbillard wird vorwiegend in Italien gespielt. In Deutschland wird es dagegen - außer zu Trainingszwecken um das Vorbandspiel zu verbessern - nur beim seit 2002 ausgerichteten German Grand Prix Goriziana in Neschwitzt gespielt.
Billard Kegeln
Gespielt wird auf einem kleineren Billardtisch (180 x 90 cm oder kleines Turnierbillard 210 x 105 cm). In der Tischmitte werden 5 große Kegel (aus Holz, Höhe 105 mm) aufgestellt. Das Spiel wird mit 3 Bällen gespielt – rot, weiß und gelb.
Im Gegensatz zu allen anderen Billard-Disziplinen ist beim Billard-Kegeln der rote Ball der Spielball – die anderen beiden Bälle sind die Objektbälle.
Ein regelkonformer Stoß ist ausgeführt, wenn ein Objektball getroffen wird und dieser anschließend eine Bande berührt, oder der Spielball mit Vorbande auf einen Objektball gespielt wird.
Bei der „Partie in die Vollen“ hat jeder Spieler 50 oder 100 Stöße hintereinander und muss möglichst viele Punkte erreichen.
Beim „Zweikampf“ darf ein Spieler solange weiterspielen, wie er Pluspunkte erzielt.
Punkte erreicht man durch das Umstoßen von Kegeln, sowie Karambolagen und/oder Passagen.
Karambolagen:
• direkte Karambolage: Spielball trifft beide Objektbälle (1 Punkt)
• indirekte Karambolage: Stoßball trifft Objektball 1 und dieser trifft dann Objektball 2 (1 Punkt)
Kegelwurf :
(nur durch Objektbälle, die Vorband getroffen wurden oder bereits eine Bande berührt haben)
• jeder Kegel zählt 1 Punkt
• wird nur der mittlere Kegel umgeworfen, zählt dieser 2 Punkte
Passage:
(nur durch Objektbälle)
• ein Objektball läuft durch das Kegelbild ohne Kegel zu werfen. Das kann auch mehrfach bei einem Stoß passieren und erzielt jeweils 1 Punkt
Foulpunkte können wie folgt erzielt werden:
• Spielball wirft einen Kegel um
• Spielball trifft keine weitere Kugel
• Spielball stößt den Treibball direkt in die Kegel
• Kugel wird vom Tisch gestoßen
• berühren der Kegel mit dem Queue oder einem Körperteil
Billard-Kegeln war in der früheren DDR weit verbreitet und wird auch heute noch hauptsächlich in Sachsen und Brandenburg gespielt.
0 Kommentare